Friedensarbeit

So wirkt Ihre Friedenslaufspende in der Ukraine

Kinder bei einem Kreativworkshop beim „Festival of Odesa Yards“ 2019.

Seit vielen Jahren sind wir, das Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD), in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und in der Hafenstadt Odessa aktiv, unter anderem auch in Schulen.

 

Menschen im Krieg unterstützen:

Nach der Eskalation des Krieges im Februar 2022 haben unsere Partner vor Ort – lokale Friedensinitiativen – ihre Arbeit an die neue Situation angepasst. Rasche Nothilfe stand dabei zunächst im Vordergrund: Mit unserer Unterstützung haben unsere Partner etwa Keller zu Schutzbunkern umfunktioniert und Lebensmittel und Medikamente verteilt. Da sie die Bedarfe vor Ort genau kennen, kommt die Hilfe dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Gemeinsam mit unseren Partnern organisieren wir auch psychologische und emotionale Unterstützung. Ein Beispiel: In Zusammenarbeit mit dem „European Center for Strategic Analytics“ stellen wir Schulpsycholog*innen in Pershotravneve in der Region Charkiw Methoden und Materialien für die kunsttherapeutische Arbeit mit Schulkindern zur Verfügung. Durch diese Unterstützung können Kinder, die vor dem Krieg nach Pershotravneve fliehen mussten, mit ihren Erlebnissen besser umgehen.

 

Menschen zusammenbringen:

Neben dieser akuten Nothilfe leisten das forumZFD und seine Partner auch bereits wieder Friedensarbeit im eigentlichen Sinne. Das ist gerade jetzt besonders wichtig, denn in der ukrainischen Gesellschaft entstehen durch den Krieg große Spannungen: In Odessa etwa gibt es Konflikte zwischen Bewohner*innen der Stadt und Menschen, die aus den östlichen Teilen des Landes dorthin geflohen sind.

In dieser Situation schafft unsere Partnerorganisation „Zatsikavleni“ Räume für Dialog und Austausch – zum Beispiel bei Filmvorführungen. Der Film „Віолончель“ (Deutsch: „Cello“) ist einer der ukrainischen Kurzfilme, die „Zatsikavleni“ einer Jugendgruppe in Odessa zeigt: Auf dem Bildschirm zu sehen sind eine ukrainischsprachige Frau und ein russischsprachiger Mann an einer Bushaltestelle. Er ist Bauarbeiter, sie ist gut gekleidet und trägt ein Cello bei sich. Sie beginnen eine Unterhaltung über Musik, beide sprechen dabei ihre Muttersprache. Im Verlauf des Gesprächs wird klar: Sie scheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, doch beide eint der gemeinsame Traum Musiker*in zu werden.

Nach dem Film sprechen die Jugendlichen in der Gruppe darüber. Manche von ihnen stammen aus Odessa, andere sind aus der Ostukraine dorthin geflohen. Im Gespräch lernen sie einander kennen und sie verstehen: Egal, wo sie herkommen und was ihre Muttersprache ist – gemeinsam sind sie stärker und können diese schwierige Zeit besser überstehen.

Auch jüngere Kinder bringt „Zatsikavleni“ in Kreativworkshops zusammen. „Es ist spürbar, dass sie anschließend besser miteinander spielen und aufeinander zugehen“, sagt Ada Hakobyan, Mitarbeiterin des forumZFD in der Ukraine.

Andere Konfliktregionen nicht vergessen - vier Beispiele aus dem Nahen Osten

Imam und Ayat sind beide aus Syrien in den Libanon geflüchtet und haben sich dort in einem Jugendzentrum unserer Partnerorganisation Basmeh und Zeitooneh (B&Z) kennengelernt. ©forumZFD

Frieden beginnt im Kleinen. Mit Begegnung auf Augenhöhe, gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Doch Kinder und Jugendliche, die in Konfliktregionen im Nahen Osten aufwachsen, erfahren oft schon früh Gewalt, Diskriminierung und Leid. Sie wachsen mit Feindbildern und Vorurteilen auf.

Gemeinsam mit unseren lokalen Partnerorganisationen bieten wir diesen Kindern und Jugendlichen in Friedensprojekten einen sicheren Ort, wo sie sich über ethnische, soziale und politische Grenzen hinweg neu kennenlernen können. Die Kontakte und Freundschaften, die durch gemeinschaftliche Aktivitäten entstehen, fördern den friedlichen Umgang miteinander.

Alle kommen zu Wort: Perspektiven werden in ihrer Vielfalt wertgeschätzt und Vorurteile abgebaut. Die Kinder und Jugendlichen erkennen Gemeinsamkeiten und schließen Freundschaften, die stärker sind als Vorurteile und ethnisch-religiöse Unterschiede.

Wer einander kennt und schätzt, führt keinen Krieg gegeneinander: Frieden durch Freundschaft!

Friedensarbeit im Irak: Jugendliche wollen friedlichen Wandel mitgestalten

Jugendliche aus einem jesidischen Kollektiv diskutieren ihre Rolle in der Gemeinschaft und wie ein friedliches Miteinander mit anderen Bevölkerungsgruppen gestaltet werden kann. ©forumZFD

Die Ninewa-Ebene im Nordirak war von der Terrorherrschaft des sogenannten Islamischen Staats besonders betroffen. Tausende Menschen wurden umgebracht oder aus ihrer Heimat vertrieben, darunter viele Angehörige der jesidischen Minderheit.

Mit unserem Friedensprogramm wollen wir den Wiederaufbau sowie das friedliche Zusammenleben fördern. Dies gelingt nur mit der aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft. Wir haben deshalb über 500 jesidische, schiitische und sunnitische Jugendliche aus verschiedenen Gemeinschaften gefragt, welche Wünsche und Ideen sie selbst bezüglich eines friedlichen Wiederaufbaus haben. Die Befragung zeigte, dass junge Menschen zwar ein großes Interesse an einer Beteiligung haben, ihnen aber oft die Vorstellung davon fehlt, wie sie sich beteiligen können.

Hier setzt unsere Friedensarbeit an: Wir ermutigen Kinder und Jugendliche dazu, eigene Ideen für ein friedliches Miteinander zu entwickeln und umzusetzen.

Friedensarbeit im Libanon: Konflikte als Chance für positiven Wandel

Kinder und Jugendliche im Libanon beschäftigen sich kreativ mit der eigenen Identität und den damit verbundenen Gefühlen. ©forumZFD

Gemessen an der Einwohnerzahl hat der Libanon mehr Geflüchtete aufgenommen als jedes andere Land der Welt. Hinzu kommen die Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Misswirtschaft, der globalen Pandemie und nicht zuletzt der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen im Jahr 2020. Das alles stellt eine enorme Belastung für die gesellschaftliche Stabilität und die Wirtschaft des Landes dar.

Kinder und Jugendliche sind besonders von den Krisen und Konflikten im Land betroffen. In mehrtägigen Trainings schulen wir Lehrkräfte und Pädagog*innen mit eigens hierfür erstellten Bildungsmaterialien darin, wie sie die gesellschaftlichen Konflikte in ihrer täglichen Arbeit aufgreifen und Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung mit Schüler*innen einüben können. So ermöglichen sie jungen Menschen, mehr über die eigene Identität und die der anderen zu lernen. Spielerisch setzen sie sich in Schule und Freizeit mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Freundschaften und Gemeinschaften auseinander.

Sie begreifen Konflikte als Chance für positiven Wandel. Das ermutigt sie, neue, friedliche Wege im Miteinander zu gehen.

Friedensarbeit in Israel und Palästina: Teenager zu sein verbindet

Tachles (hier auf Arabisch und Hebräisch) ist der Name des Jugendclubs und bedeutet soviel wie „Klartext reden“. ©Beit Ha‘Gefen

Kinder und Jugendliche in Israel und Palästina wachsen in einer Region auf, die seit mehreren Generationen von Hass, Gewalt und Krieg geprägt ist. Sowohl Jüd*innen als auch Araber*innen erheben Anspruch auf das gleiche Stück Land im Nahen Osten.

Im Jugendclub „Tachles“ der arabisch-jüdischen Partnerorganisation Beit Ha’Gefen in Haifa kommen täglich arabische und jüdische Jugendliche zusammen und verbringen ihre Freizeit miteinander. Hier lernen sie, Vorurteile zu überwinden und sich gemeinsam für Dialog, Toleranz, Solidarität und Frieden einzusetzen.

Atalya (14 Jahre, Israelin): „Das Wichtigste an diesen Treffen ist das gegenseitige Kennenlernen, das uns zeigt, dass wir, ob jüdisch oder arabisch, letztendlich alle einfach Teenager sind.“
Sali (17 Jahre, Palästinenserin): „Ich habe verstanden, dass Veränderungen im Kleinen anfangen. Bevor wir die Welt verändern können, müssen wir bereit sein, uns selbst zu verändern und einen Schritt die anderen zuzugehen.“

Friedensarbeit in Jordanien: Zeichen setzen mit Street Art

Wandgemälde der Künstlerin Laila Ajjawi. ©Naser Abu-Teen

Jordanien leidet aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise und des Krieges in Syrien und der damit verbundenen Aufnahme von zahlreichen Geflüchteten unter sozialen Spannungen und Konflikten. Insbesondere junge Menschen und Frauen sind von der Perspektivlosigkeit im Land betroffen.

Bei einem gemeinsamen Projekt mit unserer Partnerorganisation Hokuke („Meine Rechte“) lernten zehn junge Studierende, wie sie Kunst im öffentlichen Raum nutzen können, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihre Gefühle auszudrücken.

Im Rahmen der weltweiten Kampagne "16 Days of Activism" gegen Gewalt an Frauen und Mädchen entstanden unter Anleitung der Künstlerin Laila Ajjawi neue Freundschaften sowie ein gemeinsames Graffito mitten in Irbid, der zweitgrößten Stadt Jordaniens. In dieses Wandgemälde flossen Gedanken und Ideen jordanischer und syrischer Frauen aus dem forumZFD-Projekt mit ein.

Ein kreatives und weithin sichtbares Zeichen für eine friedlichere Zukunft!

DAS FORUMZFD

Das forumZFD unterstützt Menschen in gewaltsamen Konflikten auf dem Weg zum Frieden. Seit 1996 setzt sich die Organisation für die Überwindung von Krieg und Gewalt ein. Heute arbeitet das forumZFD mit Friedensberater*innen in Deutschland und zwölf weiteren Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Südostasien. Seine Akademie für Konflikttransformation bietet Menschen in der internationalen Friedensarbeit eine professionelle Ausbildung. Mit Kampagnen, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit setzt sich das forumZFD aktiv für eine zivile Friedenspolitik ein. Die Bundesregierung hat das forumZFD als Trägerorganisation des Zivilen Friedensdienstes anerkannt. Es ist Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und finanziert seine Arbeit über öffentliche und private Zuschüsse, Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Weitere Informationen auf: www.forumZFD.de

Sponsoren

Kontakt: Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
Am Kölner Brett 8 | 50825 Köln | Tel: 0221 912732-0 | E-Mail: kontakt@forumzfd.de

Spendenkonto: Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
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