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Aachener Friedenslauf

Forum Ziviler Friedensdienst e.V.

Miteinander statt nebeneinander – Projekte für Frieden und Verständigung

40% der erlaufenen Spendengelder beim Aachener Friedenslauf werden an das Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) weitergeleitet. Das forumZFD finanziert seine Arbeit über öffentliche und private Zuschüsse, Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Gegründet im Jahr 1996 setzt sich das forumZFD für die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten und die Überwindung von Krieg ein. Aktuell arbeitet das forumZFD mit Friedensberaterinnen und -beratern und lokalen Partnern in elf Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Südostoasien für Zivile Konfliktbearbeitung, unter anderem auch im Libanon. Dort setzt es sich für ein friedliches Zusammenleben von Einheimischen und Geflüchteten ein.

Wer vor Krieg und Gewalt fliehen muss, kommt irgendwo an: in improvisierten Lagern, in überfüllten Städten oder in weit entfernten Ländern. Unter diesen Bedingungen fällt ein Neuanfang schwer. Auch das Zusammenleben zwischen Geflüchteten und Einheimischen verläuft nicht überall reibungslos: Konflikte eskalieren, Ablehnung und Gewalt greifen um sich – in Deutschland und in den Nachbarländern Syriens, die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben.

Das forumZFD hilft Geflüchteten und Einheimischen in Dialog zu treten und Konflikte ohne Gewalt auszutragen:

 

LIBANON

Gemeinsam gegen Vorurteile
Alaa Alzaibak ist Mitarbeiter von Basmeh und Zeitooneh, einer syrischen Partnerorganisation des forumZFD im Libanon. Er zeigt einen bunten Konfliktbaum mit unzähligen Post-its an der Wand seines Büros und erklärt: „Wir fragten beide Bevölkerungsgruppen was sie übereinander denken. Syrerinnen und Syrer sagten, Einheimische würden auf sie herabschauen und sie ausbeuten. Im Gegenzug führten Libanesinnen und Libanesen an, die Geflüchteten aus Syrien nähmen ihnen die Arbeitsplätze weg und verbrauchten viel Strom und Wasser.“ Natürlich könne man für jedes Vorurteil zutreffende Beispiele bringen, sagt Alaa Alzaibak weiter. Aber es gäbe auch viele Gegenbeispiele: „Es gibt auch Libanesen, die faire Mieten verlangen. Die Syrer verbrauchen zwar Wasser und Strom, aber sie bezahlen dafür. Es stimmt, dass Libanesen ihre Arbeitsplätze verloren haben, aber mit den Flüchtlingen kamen auch viele Organisationen, die wiederum Arbeitsplätze geschaffen haben.“

 

Gemeinsames Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen
Der Konfliktbaum zeigt die Komplexität der syrisch-libanesischen Beziehungen in der Kleinstadt Bar Elias, in der neben 20.000 Einheimischen dreimal so viele Flüchtlinge aus Syrien leben. Eine schwierige Situation, in der es oft zu Konflikten zwischen beiden Seiten kommt. Deshalb organisiert Alaa Alzaibak mit seinen Kolleginnen und Kollegen kleine Projekte, bei denen sich Libanesinnen und Libanesen gemeinsam mit Geflüchteten aus Syrien für konkrete Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen einsetzen. Durch das gemeinsame Engagement lernen sich Einheimische und Geflüchtete kennen und bauen Vorurteile ab – die beste Vorbeugung gegen Hass und Konflikte.

 

Räume schaffen für Begegnung
Eines der von Geflüchteten und Einheimischen gemeinsam organisierten Projekte: Eine bunte Liebeserklärung auf einer Rasenfläche in einem kleinen Park in Bar Elias. Weiße, grüne und rote Buchstaben aus Plastik und Metall bilden den Satz: „We love Bar Elias, One Community“. Syrische und libanesische Bewohnerinnen und Bewohner haben die Skulptur Anfang Dezember 2017 zusammen eingeweiht.
„Raum schaffen für Begegnung“: Dieses Motto nehmen Alaa Alzaibak und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch mit einem anderen Projekt wörtlich: Sie haben ein großes Zelt mitsamt Stühlen, Tischen und einem Ofen angeschafft, das allen Bewohnerinnen und Bewohner von Bar Elias zur Verfügung steht – für öffentliche oder familiäre Veranstaltungen. Jeder kann es für einen symbolischen Preis ausleihen. 200 Menschen haben darin Platz.

In insgesamt fünf libanesischen Gemeinden fördern Konfliktberaterinnen und -berater des forumZFD zusammen mit lokalen Partnern wie Basmeh und Zeitooneh den Dialog zwischen Geflüchteten und Einheimischen. Sie bilden außerdem Mediatoren aus beiden Gruppen aus, die bei Konflikten vermitteln.

 

Mit Dialog zum Frieden - nicht nur im Libanon
Auch weitere Projekte des forumZFD fördern Dialog und Miteinander für Frieden: In Ludwigslust hat Konfliktberaterin Antonie Armbruster-Petersen den „Runden Tisch Integration“ initiiert, an dem Geflüchtete und Einheimische Integrationsaufgaben gemeinsam planen. In Israel und Palästina setzt sich die Israelin Michal Hochberg gemeinsam mit anderen Israelis und Palästinensern für Solidarität und Partnerschaft zwischen Menschen auf beiden Seiten des Konfliktes ein.

Kontakt: Aachener Friedenslauf - c/o pax christi im Bistum Aachen

Eupener Str. 134 | 52066 Aachen                 Telefon: 0241 / 40 28 76

E-Mail: Aachener.Friedenslauf@web.de     Fax: 0241 / 40 18 796