Projekte

Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus

Im Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus arbeiten viele Lehrerinnen und Lehrer aus mehr als 20 Schulen zusammen. Das Netzwerk erhält von den Friedensläufen 20 Prozent der Spenden. Hiermit werden Projekte und Aktionen unterstützt, die sich gegen Gewalt richten und für ein friedliches Miteinander sind.

Seit einigen Jahren bietet das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus Anti-Rassismus-Training für SchülerInnen und LehrerInnen an, in denen sie sich mit eigenen rassistischen Denkweisen auseinandersetzen und Wege zur Überwindung von Rassismus erarbeiten.

Ein Projekt des Netzwerkes ist die Finanzierung von „Stolpersteinen“ für Schulen, die eine Patenschaft übernehmen wollen. „Stolperstein“ ist ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der diese Steine mit den Daten der von den Nazis verfolgten und ermordeten Personen vor ihrer letzten frei gewählten Wohnadresse in den Bürgersteig einlässt. Inszwischen sind einige „Stolpersteine“ in Aachen verlegt worden und haben ihre Schulpaten gefunden.

Außerdem gibt es das Begleitprogramm des Friedenslaufs, von dem das Netzwerk die Aufführungen des Pantomimen Scheibub mitfinanziert. Er zeigt in pantomimischen Szenen, wo und wie Gewalt anfängt und wohin sie führt.

Im Juni 2010 organisierte das Netzwerk im Rahmen des Begleitprogramms zum Aachener Friedenslauf das Theaterstück „Tatverdächtige“. Die Theateraufführungen und das Anti-Gewalt-Training boten den SchülerInnen die Möglichkeit, sich bewusst mit der aktiven und gewaltfreien Auseinandersetzung von Konflikten in der Klasse zu beschäftigen.

Im Oktober 2010 feierten LehrerInnen und SchülerInnen das 10jährige Bestehen des Netzwerkes Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, dessen Gründung zurückging auf eine Anregung des Aachener Friedenspreises.

 

 

pax christi im Bistum Aachen arbeitet für Frieden in Bosnien-Herzegowina

pax christi ist eine katholische Friedensorganisation mit Mitgliedern und Mitarbeitern in über 60 Ländern der Erde. Der Anteil, den pax christi von den Friedenslaufspenden erhält, fließt z.B. in ein Friedensprojekt in Derventa, einer Kleinstadt in Bosnien-Herzegowina.

In der Stadt stehen sich die katholische Kirche, die muslimische Moschee und die orthodoxe Kirche auf dem Marktplatz gegenüber. Während des Krieges sind alle drei Gotteshäuser zerstört worden. In dieser Zeit bezogen sich alle Volksgruppen auf sich selbst, zum Beispiel wollten die Kroaten nicht mit den Bosniaken und Serben zusammen in einer Stadt wohnen und umgekehrt.

Heute, 16 Jahre nach Kriegsende, ist die Lage wieder ruhig, viele Häuser und Kirchen werden wieder aufgebaut. Weil die Menschen im Krieg aber sehr gelitten haben, misstrauen sie einander immer noch.

Im pax christi-Projekt in Derventa arbeiten Annett Werner und Michele Parente als Friedensfachkräfte zusammen mit vier Mitarbeitern aus Bosnien. Sie organisieren Treffen zwischen den früher verfeindeten Menschen. Annett und Michele bieten z.B. in Schulen Unterrichtsstunden zum Thema Frieden an. In Bosnien besuchen kroatische, serbische und muslimische Kinder nicht denselben Unterricht. Man spricht oft von drei Schulen unter einem Dach. Michele organisiert, dass sich Schüler aus den verschiedenen Schulen treffen und austauschen können.

Im September 2010 fand in Derventa der 3. Friedenslauf nach Aachener Vorbild statt, an dem Kinder aus allen drei Volksgruppen teilnahmen. Das ist wirklich etwas ganz besonderes in Bosnien-Herzegowina.

Jeden Sommer treffen sich Jugendliche aus Bosnien und Deutschland zwei Wochen lang im Rahmen der „Friedensschule“, in der sie gemeinsam ein Theaterstück zu Themen entwerfen, die ihnen wichtig sind. In diesem Sommer werden an der Friedensschule sogar Jugendliche aus Serbien, dem Kosovo und Makedonien teilnehmen. Das wird sehr spannend, denn früher haben diese und noch andere Länder alle zusammengehört und Jugoslawien gebildet. Durch die Kriege und Konflikte nach dem Kalten Krieg haben sich die einzelnen Staaten gebildet und die Menschen innerhalb dieser Staaten sind oft immer noch nicht gut aufeinander zu sprechen.
Spenden für die Arbeit des Forum Ziviler Friedensdienst e. V. Streitschlichtung unter schwierigen Bedingungen - Ziviler Friedensdienst in Mazedonien

Wer war nicht schon einmal beim Streitschlichter? Es gibt sie mittlerweile an fast jeder Schule in Deutschland – Schülerinnen und Schüler, die in Konflikten zwischen Altersgenossen vermitteln. In Mazedonien sieht das anders aus. Dabei sind gerade dort Mediatoren an der Schulen besonders nötig. In dem kleinen südosteuropäischen Land sind die Schulen einer der Brennpunkte im Konflikt zwischen der mazedonischen Mehrheit und der albanischen Minderheit. Seit dem kurzen Bürgerkrieg im Jahr 2001 verstärkt sich die Trennung, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen. Sie besuchen getrennte Schulen und verbringen auch ihre Freizeit nicht gemeinsam.

So auch in der Stadt Kičevo. Hier wurde im vergangenen Jahr eine Schule aufgeteilt, weil man sich bei der Neubesetzung der Direktorenstelle nicht einigen konnte, ob der Posten an einen Albaner oder einen Mazedonier vergeben werden sollte. Nun besuchen albanische und mazedonische Kinder in Kičevo zwei getrennte Schulen.

Das Forum Ziviler Friedensdienst stärkt die Schulen darin, mit Konflikten besser umzugehen. Dazu wird in drei Städten des Landes, Skopje, Struga und Kičevo, eine Mediationsausbildung für Pädagogen durchgeführt.

Das Forum Ziviler Friedensdienst unterstützt in diesen Städten in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF den Aufbau von Jugendzentren in denen alle Gruppen willkommen sind. So können Kinder und Jugendliche einander in der Freizeit über ethnische Grenzen hinweg kennen lernen.